🇩🇪 Hamann und Basler fordern radikalen Umbruch im DFB-Team – Kimmich, Sané und Goretzka im Mittelpunkt der Debatte, Matthäus hält dagegen
Nach dem enttäuschenden Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft ist eine hitzige Diskussion über die Zukunft des DFB-Teams entbrannt. Besonders die ehemaligen Nationalspieler Dietmar Hamann und Mario Basler fordern einen konsequenten Neuanfang und stellen dabei mehrere langjährige Leistungsträger öffentlich infrage. Im Mittelpunkt ihrer Kritik stehen unter anderem Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Leroy Sané. Gleichzeitig erhält Kimmich prominente Unterstützung von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus, der den Bayern-Star weiterhin als zentrale Figur der Nationalmannschaft sieht.
Dietmar Hamann machte deutlich, dass Deutschland nach mehreren enttäuschenden Turnieren nicht einfach am bisherigen Konzept festhalten könne. Aus seiner Sicht müsse der Verband den Mut haben, eine neue Generation aufzubauen. Er argumentierte, dass Deutschland in den vergangenen fünf großen Turnieren nie über das Viertelfinale hinausgekommen sei und bei den letzten drei Weltmeisterschaften sogar zweimal bereits in der Gruppenphase ausgeschieden sei. Deshalb stelle sich für ihn die Frage, warum mit denselben erfahrenen Spielern künftig bessere Ergebnisse erzielt werden sollten.
Noch schärfer fiel die Kritik von Mario Basler aus. Der frühere Bayern-Profi sprach sich für einen umfassenden personellen Umbruch aus und erklärte, dass mehrere etablierte Nationalspieler keinen Platz mehr im Team haben sollten. Neben Joshua Kimmich nannte Basler auch Leroy Sané, Antonio Rüdiger und Pascal Groß als Spieler, deren Zeit aus seiner Sicht abgelaufen sei. Er forderte eine Mannschaft mit einem völlig neuen Gesicht, bestehend aus jungen, hungrigen und entwicklungsfähigen Spielern.
Besonders deutlich äußerte sich Basler über Joshua Kimmich. Er vertritt die Meinung, dass der Bayern-Kapitän im defensiven Mittelfeld nicht mehr die Dynamik und Zweikampfstärke mitbringe, die auf internationalem Spitzenniveau erforderlich seien. Zudem warnte er davor, dass auch der FC Bayern München langfristig über diese Position nachdenken müsse.
Doch nicht alle teilen diese Einschätzung. Lothar Matthäus stellte sich demonstrativ hinter Joshua Kimmich und sprach sich dafür aus, den Nationalmannschaftskapitän weiterhin als Führungsspieler einzusetzen. Zwar räumte Matthäus ein, dass Kimmich keine überragende Weltmeisterschaft gespielt habe, dennoch sehe er ihn weiterhin als unverzichtbare Schlüsselfigur. Entscheidend sei jedoch, dass Kimmich auf seiner stärksten Position eingesetzt werde, wo er das Spiel lenken und seinen größten Einfluss entfalten könne.
Darüber hinaus hob Matthäus hervor, dass Spieler wie Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck künftig ebenfalls mehr Verantwortung übernehmen und zu neuen Gesichtern der Nationalmannschaft werden könnten. Ein Generationenwechsel müsse seiner Ansicht nach schrittweise erfolgen und dürfe nicht bedeuten, sämtliche erfahrenen Führungsspieler gleichzeitig auszusortieren.
Die unterschiedlichen Meinungen zeigen, wie groß die Erwartungen an den Neustart der deutschen Nationalmannschaft sind. Während einige Experten einen radikalen Schnitt fordern, plädieren andere für einen ausgewogenen Übergang zwischen Erfahrung und Jugend. Klar ist: Die Entscheidungen des neuen Bundestrainers werden in den kommenden Monaten genau beobachtet werden und könnten die Zukunft des deutschen Fußballs nachhaltig prägen.